Freitag, 3. Juni 2016

eine Welle.


Alle suchen sich selbst. Ich mich natürlich auch. Irgendwie paradox. Ich bin doch direkt hier. Was such ich bloß. Und was glaube ich zu finden? Bin ich denn überhaupt jemals gleich oder jede Sekunde eine andere? Ich glaube vielleicht buddele ich mich eher aus. Wie ein Archäologe lege ich immer neue Teile frei. Oder ich philosophiere mich mir selbst zurecht. Der Schmerz den ich so viele Jahre versucht habe aus meinem Körper zu verdrängen ist immer noch da. Er sollte einfach gehen, ich habe geschubst und geschoben aber ich hatte keine Kraft. Jetzt ist er hier zuhause. Er wohnt in mir. Ich habe ihm ein gemütliches Bett gemacht. Manchmal leg ich mich dazu. Dann geh ich wieder. Jetzt wo wir uns nicht mehr schubsen ist es ruhiger geworden. Statt mich umzureißen tippt er mir nun leicht auf die Schulter und bittet mich zu sich. Dann bleib ich eine Weile bei Ihm in seinem Höhlen Bett. Wir erzählen uns Geschichten. Irgendwann schläft er ein. Früher war ich eckig und kantig. Heute bin ich mehr eine Welle. Eine riesige große dunkle Welle, ohne Schaum, ganz weich.

faktisch.


Sommernachmitag, es ist faktisch Mai, in meinem Kopf ist der irgendwie nicht angekommen. Ich wundere mich noch immer über die Sonne. Drei Mädchen und ich sitzen in einem Cafe. Vor mir steht ein riesiger Schwarzer Cafe. Wir reden viel und ich wieder zu laut. Eigentlich versuche ich gerade Anschluss zu finden, aber ich habe das Gefühl den Rockzipfel einfach partout nicht fassen zu können. Ich glaube es ist der falsche Rhythmus. Was ich auch tu meine Wellenlänge scheint nicht zu den anderen zupassen. Wie ich so an meinen Gedanken hänge, wie ich es gerne an dem Rockzipfel der anderen täte, tritt ein Gigant in mein Blickfeld. Riesiger Körper, Riesiger Kopf, Riesige Hände. In den riesigen Händen ein riesiges Stück Wirbelsäule, inklusive Herabhängendem Fleisch, an dem Er nagt. Ich denke, sie gehörte mal einem Schwein. Er schaut mich an und spricht plötzlich mit Glocken heller Stimme. „So ein süßer Mensch“ „Soooo ein süßer Mensch“ „So ein kluger Mensch!“. Er kommt um den Tisch herum und beginnt meinen Kopf zu tätscheln. „Das hier ist der beste Mensch von allen“ „so ein süßer Mensch“. Er kneift mir in die Wange. „So ein kluger Mensch“. Er geht weg. Ich kann das fleisch noch riechen. Ich glaube meine Wange ist nun fettig. Er dreht sich noch einmal um und sagt „In der Wirklichkeit kannst du auch nackig rumlaufen, den Planeten stört das nicht“. Noch ein Paar Schritte und dann: „Es ist kein Staubkorn so kurz. Auch wenn es hundert Jahre alt ist. Es ist kein Staubkorn so kurz. Der Planet dreht sich weiter.“ Und weg. Sommernachmittag. Rhythmus Gestotter und ich bin vielleicht trotzdem ein Mensch?

Brennend laufen.

Feuer im Bauch. Feuer vom Scheitel bis in die Zehenspitzen. Heute Morgen, die Sonne schien, Hitze drinnen, Hitze drauße...