Niemand kann sagen was wichtig ist. Wichtig hängt von mir ab. Wichtig hängt von dem ab der mir gegenüber sitzt, der mir gestern gegenüber sass und der mir morgen gegenüber sitzt. Wichtig hängt davon ab was ich höre, sehe, fühle und was mein Herz, Geist und Hirn damit macht. Wichtig hängt von einer ganzen Menge ab. Wie könnte ich mir da anmassen zu wissen was heute wirklich wichtig ist. Ich habe aber ein Gefühl, und das ist wichtig. Ein Hafenarbeiter hat ein mal gesagt: „Mach mal wie du meinst aber fall den anderen nicht auf den Sack, dann kommen wir gut miteinander längs.“ Solange ich mit meinen Wichtigkeiten und meinen Prioritäten die anderen nicht einschränke oder verletze so sind sie völlig in Ordnung. Aber diese Annahme alleine könnte auch zu völliger Isolation führen. Menschen sind aber nunmal soziale Wesen, nur im Dialog mit anderen können wir uns erkennen. Lassen wir uns in diesem Dialog auch noch wirklich auf die anderen ein und auf die Dinge die Ihnen wichtig sind dann kann sich unser Horizont erweitern und unser Leben wird bereichert! Die Angst die heute an jeder Straßenecke zu finden ist, vor Zukunft, Flüchtlingen und Arbeitslosigkeit ist die Angst der individualisierten Isolation und Unwissenheit. Jeder scheint sich selbst am nächsten und man glaubt nicht mehr an das verlassen und bauen auf andere. Die Welt muss ein bisschen näher zusammenrücken, ein bisschen besser zuhören und hinsehen. Wir müssen uns alle mehr einlassen aufs Leben. Mit offenen Augen, Armen, Händen und vor allem Herzen voranschreiten. Was man bloß alles mit weit offenen Händen großartiges auffangen kann. Die Welt steckt voller Wunder, auch wenn die Entzauberung der selben so rasend schnell voranzuschreiten scheint. Verschliessen wir nicht die Augen vor dem Wunder. Empfangen wir es, nehmen es hin. Seien wir offen für neues. Wir können nicht stehen bleiben. Wie lähmend kann in einer sich ewig bewegenden Welt die Angst vor Veränderung sein?!
Sonntag, 24. Januar 2016
Weisheiten einer Teilzeit Philosophin
Was möchte ich eigentlich? Wer bin ich? Wer will ich sein? Bin ich? Es gibt keine fertige Form meiner selbst oder von irgendwem. Ich bin in einem endlosen werden einbegriffen. Jede Sekunde werde ich. Ich kann nie fertig sein. Der Mensch ist kein Nomen, er ist ein Verb. Ich bin was ich tue. Ich bin was ich denke. In meinem werden bin ich auch nicht punktuell. Als Linie fliesse ich durchs Leben. Zwischen gestern und morgen dehnt sich meine Gegenwart aus. Ich verknote mich mit meinen Mitmenschen, Orten, Gedanken und Erinnerungen. Tausend Knoten die mich in meinem werden ausmachen. Niemand wird auf die selbe Art wie ich. Niemand hat die gleichen Knoten geknotet. Nur ich. Es gibt kein endliches Ziel auf das ich akribisch hinarbeiten muss. Attentionell stelle ich mich der Welt. Nehme auf und reagiere. Eine Korrespondenz zwischen mir und dem was mich umgibt. Ohne meine Umwelt und ohne die Menschen denen ich Begegne kann ich nicht sein, kann ich nicht werden und nichts wahrnehmen. Gewohnheiten, und Marotten halten mich von meiner Attentionalität ab. Ich verschliesse ich mich gegenüber meiner Umwelt und ihren Reizen, wie eine Auster, ich ignoriere sie und steuere zwanghaft auf mein Ziel zu, statt mich darauf einzulassen und zu navigieren. Das Leben ist wie ein unendliches wunderliches Meer. Ich sitze auf meinem Segelboot und egal wo ich hin will, den Wind und die Wellen kann ich doch nicht ignorieren. Attentionalität schliesst nicht aus, dass ich eine persönliche Vorstellung vom guten Leben, dem was ich tun will habe. Aber es schliesst aus, dass ich mich auf einem Weg verbeisse, der nicht mein eigener ist.
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Brennend laufen.
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Ich kann nicht mehr anhalten. Überhol mich selber. Oder Versuchs. Herzrasen, Schweissausbrueche. Weiterlaufen gegen Faulheit. Bin aber k...