Alle
suchen sich selbst. Ich mich natürlich auch. Irgendwie paradox. Ich bin doch
direkt hier. Was such ich bloß. Und was glaube ich zu finden? Bin ich denn überhaupt
jemals gleich oder jede Sekunde eine andere? Ich glaube vielleicht buddele ich
mich eher aus. Wie ein Archäologe lege ich immer neue Teile frei. Oder ich
philosophiere mich mir selbst zurecht. Der Schmerz den ich so viele Jahre
versucht habe aus meinem Körper zu verdrängen ist immer noch da. Er sollte
einfach gehen, ich habe geschubst und geschoben aber ich hatte keine Kraft.
Jetzt ist er hier zuhause. Er wohnt in mir. Ich habe ihm ein gemütliches Bett
gemacht. Manchmal leg ich mich dazu. Dann geh ich wieder. Jetzt wo wir uns
nicht mehr schubsen ist es ruhiger geworden. Statt mich umzureißen tippt er mir
nun leicht auf die Schulter und bittet mich zu sich. Dann bleib ich eine Weile
bei Ihm in seinem Höhlen Bett. Wir erzählen uns Geschichten. Irgendwann schläft
er ein. Früher war ich eckig und kantig. Heute bin ich mehr eine Welle. Eine
riesige große dunkle Welle, ohne Schaum, ganz weich.
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